Josef Walch

Notizen zu meiner künstlerischen Arbeit

Die Bezeichnung für meine aktuellen künstlerischen Arbeiten ist "Papierkunst" oder "Paper Art". Paper Art erobert erst langsam die Kunstszene in Deutschland, während sie vor allem in den USA und anderen europäischen Ländern schon seit langem eine wichtige Rolle im aktuellen Kunstgeschehen spielt und sich zu einem autonomen Bereich künstlerischer Arbeit entwickelt hat.

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Seit mehreren Jahren arbeite ich in regelmäßigen Abständen in der Papierwerkstatt von John Gerard in Hilberath/Eifel. Dort schöpfe ich Serien von Papierbögen in unterschiedlichen Größen und Stärken und mit verschiedenen Faserstoffen. Im Prozess des Schöpfens werden diese Bögen mit farbiger Papiermasse (Pulp) bearbeitet. Man kann von Papiermalerei sprechen, obwohl kein Pinsel zum Einsatz kommt, sondern die Farbe mit unterschiedlichen Geräten und Gefäßen auf den frisch geschöpften weißen oder farbigen Bogen aufgetragen wird, getröpfelt, gespritzt, geschüttet, als farbige Punkte und Flächen, als Linien unterschiedlichster Stärke und mit dem frischen Bogen eine Verbindung eingeht.
Papier als Werk- und Rohstoff ist sowohl Ausgangsmaterial als auch Ausdrucksträger meiner Arbeiten.
Die in einem sorgfältigen und langwierigem Prozess getrockneten und gepressten Papiere werden auf unterschiedliche Art und Weise weiterverarbeitet, als Einzelblätter in Objektrahmen präsentiert, ganz, geschnitten oder gerissen auf Leinwand aufgezogen, als Serie zu Malerbüchern verarbeitet oder als plastische Objekte auf Stelen montiert.
Neben den geschöpften Arbeiten entstanden in den vergangenen Monaten zunehmend freie Formen und Papierobjekte in der Technik der Schüttung unterschiedlicher Papiermassen auf saugfähige Unterlagen. Diese sehr dünnen Formen werden nach einem mehrtägigen Trocknungsprozess von der Unterlage gelöst und weiterverarbeitet.
Unterschiedliche Motive bilden den Hintergrund dieser Arbeiten. Zu meinen bevorzugten Motiven gehören Blätter und Pflanzen aus alten Naturkundefolianten, organische Formen, geometrische Formen wie Quadrat, Kreis, Oval. Der Hase als Tier mit einer breiten Ikonografie ist ebenso Gegenstand der Bilder wie Hausformen oder Impulse, die von lyrischen Texten ausgehen.
Den Zufall, der bei dieser Arbeit eine wesentliche Rolle spielt, lernt man (im eigentlichen Sinnwortsinn von Handgriff) manipulieren und gezielt zu nutzen, spielerisch, unterschiedlichste bildnerische und inhaltliche Impulse auslösend und provozierend. Aus zufälligen Konstellationen und Entdeckungen entwickelt sich im Verlauf der Arbeit ein sinnvolles Zusammenspiel von Werkstoff, künstlerischer Aktion und Inhalt. Meine Arbeiten mit Papier, das Ausloten der formalen und inhaltlichen Möglichkeiten dieses fragilen, faszinierenden Materials ist stets aufs Neue eine Herausforderung und immer wieder eine Zerreißprobe zwischen Künstler und Werkstoff.